Geschichte

Am 14. Januar 1846  verwüstete eine Feuersbrunst einen Teil von Rumpenheim.

Von der Gemeinde wurde danach angeordnet, dass im Brandfalle 5 Anstalten/Rotten tätig werden müssen. Hierfür wurden Bürger namentlich bestimmt und eingeteilt.

Jeder wusste, ob er in der Rettungsmannschaft (15 Personen), in der Löschmannschaft (26 Personen), in der Spritzenmannschaft (26 Personen), als Brandwehr (16 Personen), oder als Feuerläufer ((Melder) 2 Personen) seinen Dienst zu versehen hatte.

Diese Listen wurden jedes Jahr neu aufgestellt. Darin erscheint immer ein Rottenmeister mit Namen Heinrich Mohr. Vielleicht ist seine Funktion mit der der heutigen Wehrführer zu vergleichen.

Mit den Namenslisten kam auch die Feuerordnung neu zur Bekanntmachung.

 

An einem Sonntagnachmittag im August 1859 kam es zu einem Großbrand auf dem Anwesen des Hofgutsbesitzers Götz, dessen Hof sich in der Nähe des Schlosses, in der heutigen Marstallstraße befand. Die damals noch zu einer Pflichtfeuerwehr zusammengeschlossenen Männer von Rumpenheim hatten große Mühe bei der Brandbekämpfung. Über die Ausrüstung ist nur bekannt, dass eine von Pferden gezogene Handspritze eingesetzt wurde. Diese wurde mit Eimern aus Leder oder Hanf, vom Brunnen aus befüllt.

Bei dieser Brandbekämpfung half die 1845 als zweitälteste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands gegründete Feuerwehr Offenbach, mit zwei Spritzen aus.

Die notwendigen Eimer wurden mit dem sogenannten Feuereimergeld, welches jedes neuvermählte Paar zu entrichten hatte, angeschafft.

Die sonstige Ausrüstung bestand aus Feuerleitern, Feuerhaken und Dachleitern.

Gesondert wurde die Rotte aufgeführt, die zum Einsatz kam, wenn in einer Nachbargemeinde ein Einsatz zu leisten war.

Die Alarmierung bei einem Brand geschah mit zwei Kirchenglocken, wenn es innerhalb des Ortes und nur mit der großen Glocke, wenn es außerhalb brannte.

Ein Fernbleiben wurde nicht geduldet. Vielmehr hatte bei Verhinderung die Frau oder ein anderes Familienmitglied zu erscheinen. Andernfalls war eine Strafe von 1 Gulden und 30 Kreuzer, etwa 4 Euro, an die Gemeindekasse zu entrichten.

 

Wann die Schlossfeuerwehr gegründet wurde, ist nicht bekannt.

Erst 1897 gab es eine erste Namensliste mit 20 Mann. Deren Kommandant war Philipp Monée und sein Stellvertreter Wilhelm Bauer. Beide waren auch die Kommandanten der Freiwilligen Wehr. Neben diversen Gräten, besaß die Schlosswehr auch eine Druckspritze.

 

1872 wurde zusätzlich die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim gegründet, der später die  Schlossfeuerwehr angegliedert wurde, da die meisten Männer sowie so in beiden Wehren aktiv waren.

In einer Liste aus den 80er Jahren gibt es Namen von 84 Männern der Pflichtfeuerwehr und 15 der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Gerätehaus befand sich in der Fischergasse.

 

In einer um die Jahrhundertwende vom Großherzogtum Hessen herausgegebenen Statistik über das Feuerlöschwesen, verzeichnet Rumpenheim zwei freiwillige Wehren. Die der Gemeinde und die des Schlosses.

 

Am 28.Februar 1893 wurde der Feuerwehr eine Saug- und Druckspritze, mit einer Leistung von etwa 345 l Wasser pro Minute und einer Reichweite von ca. 34 m, von der Firma Hartmann aus Groß-Bieberau übergeben. Sie hatte den stolzen Preis von 1250 Mark.

Am 24.September 1893 wurde mit der neuen Spritze eine Übung in Anwesenheit des Kreisfeuerwehrinspektors Müller aus Offenbach durchgeführt.

 

1895 hatte die Gemeinde Rumpenheim 1037 Einwohner.

Es gab eine Freiwillige Feuerwehr mit 24 Aktiven und eine Pflichtfeuerwehr, bestehend aus 120 Männern.

Die Ausrüstung bestand aus:

1   4-rädrige Saug- und Druckspritze

1   4-rädrige Spritze ohne Saugwerk

2   kleine Spritzen ohne Saugwerk

30 Feuereimer

6   Fackeln

160 m teils gummierte, teils ungummierten Hanfschläuche

1   mechanischer Leiterwagen

4   Leitern

2   Feuerhaken

1   Tragbare

 

Die zu dieser Zeit vorhandene Wasserleitung befand sich zwischen Schloss und Hofgut, das nach dem Brand 1859 dort aufgebaut wurde. Vom Wasserturm ging eine 3 Bar Leitung durch die Breite Straße zum Schloss und hatte  sechs Hydranten.

 

1902 wurde ein neues Gerätehaus in der Garten Straße, später Prinz-Georg-Straße 11, bezogen.

 

1912 kam es zu einem großen Brand in Rumpenheim.

Am Sonntag den 26. Mai, brach um 2:00 Uhr ein Brand in der Möbelfabrik Kann aus, dem nahezu das ganze Werk zum Opfer fiel. Neben der Freiwilligen Feuerwehr aus Rumpenheim, war die Werksfeuerwehr der Firma Leopold Cassella aus Fechenheim, die Wehren aus Bürgel und Mühlheim und ab ca. 5 Uhr die Berufsfeuerwehr Frankfurt im Einsatz. Die Feuerwehr aus Offenbach konnte nicht helfen, da die Dampfspritze zur Revision demontiert war.

Die Möbelfabrik beschäftigte zu dieser Zeit ca. 300 Leute.

Die Frankfurter Berufsfeuerwehr leistete mit 22 Mann, 8 Stunden Einsatz und stellte für vernichtetes Material 317,08 Mark der Gemeinde in Rechnung. Die Firma Cassella verlangte 160 Mark.

Die Männer der FF-Rumpenheim leisteten 792 Stunden Einsatz- und Wachzeiten.

So leisteten Johann Winkler 126 Stunden, Wilhelm Jahn 90 Stunden, August Fischer 89 und Wilhelm Dilling 88 Stunden Einsatz. Jede Stunde wurde mit 50 Pfennig vergütet.

Für die Reparatur der Spritze mussten 170 Mark, für die Neubeschaffung von 200 m Schlauch, 20 Kupplungen, Strahlrohren usw., mussten 852 Mark ausgegeben werden.

 

Am 22.07. und 23.07.1922 feierte die Wehr, in Verbindung mit dem 24. Kreis-Feuerwehrtag, ihr 50jähriges Jubiläum.

 

1929 bestand die Wehr aus 41 aktiven, 10 passiven und 4 Ehrenmitgliedern.

Es wurde ein Schlauchwagen mit 200 m Schlauch für 237 Mark beschafft, der sich immer noch im Besitz der FF befindet, sowie eine fahrbare mechanische Leiter für 1270 Mark.

Die Gemeinde Rumpenheim wurde an das Wassernetz der Stadt Offenbach angeschlossen. 320 Unterflurhydranten und 2 Überflurhydranten werden eingebaut und die erste elektrische Sirene installiert.

 

Am 05.08.1933 wurden die Freiwilligen Feuerwehren von der NSDAP aufgelöst und in eine Feuerschutzpolizei umgewandelt.

 

1942 wurde die Pflichtfeuerwehr aufgelöst. 40 Mitglieder erklärten ihren Eintritt zur Freiwilligen Feuerwehr (Feuerschutzpolizei).

 

Am 24.01.1943 wurde die Rumpenheimer Feuerwehr in die Wehr der Stadt Offenbach eingegliedert und bekam ein modernes Löschfahrzeug.

Um bei einem Luftangriff so schnell wie möglich zum Einsatzort zu gelangen, wurden die Fahrzeuge an getrennten Orten abgestellt.

Neben vielen kleinen Bränden, ging im Dezember 1943 die Möbelfabrik Kann und der Hauptbau des Schlosses in Flammen auf.

Zum Einsatz kamen die Männer auch zu oft tagelangen Brandbekämpfungen in Offenbach und sogar bis Oberrad.

 

Nach dem Krieg bestand die FF-Rumpenheim aus 22 Personen. Die Stärke erhöhte sich Anfang 1946 auf 36 Mann.

 

Am 23.08. und 24.08.1947 wurde im Bürgerhaus das 75jährige Bestehen gefeiert. Um das Fest durchführen zu können, bedurfte es einer Sondergenehmigung vom Military Government for Hesse.

 

Einfacher war es dann zum 90jährigen bestehen, das am 18.08. und 19.08.1962

gefeiert wurde.

Ab 1969 konnte man sich bei der Feuerwehr im Rahmen des Zivilschutzes, später Katastrophenschutz, für 10 Jahre Dienstverpflichten lassen und konnte somit die Bundeswehr umgehen. Dies bedeutete, dass man für diese 10 Jahre, aktiv Mitglied bei der Feuerwehr sein musste.

 

1970 wurde der Kreisfeuerwehrverband Offenbach gegründet, dem die Wehren aus Bieber, Rumpenheim und Waldheim angehören.

 

Vom 03.06. - 05.06.1972 konnten 100 Jahre Feuerwehr Rumpenheim gefeiert werden. Mit einem 3000-Mann-Zelt im Schloss, einem Festzug und Bunten Abend, wurde das Jubiläum gebührend gefeiert.

 

1973 fand das erste Mal das Parkfest statt.

 

1976 wurde ein VW Doppelkabine in Dienst gestellt. Die Beschaffung erfolgte durch die Feuerwehr Rumpenheim. Das Fahrzeug wurde der Berufsfeuerwehr Offenbach geschenkt, um dann in Rumpenheim zum Einsatz zu kommen.

 

1981, durch einen Umbau im Marstall des Schlosses, entstand eine neue Unterkunft in der Rumpenheimer Schlossgasse 1. Das alte Haus in der Prinz-Georg-Straße wurde aber weiterhin zur Unterbringung von Fahrzeugen und Gerätschaften benutzt. Der Umbau wurde mit über 7500 Arbeitsstunden  in Eigenleistung bewerkstelligt.

 

1982 wurde vom 04.07. - 07.07. 110 Jahre Feuerwehr Rumpenheim gefeiert. Auch dieses Mal

mit Zelt und Festzug.

Die Struktur der Wehr wurde neu geordnet. Es gibt nun einen Feuerwehrverein und die Aktiven-Abteilung.

 

1983 wurde von den 3 Freiwilligen Wehren eine gemeinsame Jugendfeuerwehr gegründet.

Als Unterkunft wurde das alte Waldheimer Feuerwehrhaus genutzt.

2010 zog man in das Rumpenheimer Haus am Schloss ein.

Des Weiteren hat der Stadtbrandinspektor sein Büro, die Brandschutzerziehung ihre Gerätschaften, der Verein FF-Rumpenheim einen Lagerraum, sowie einen Treffpunkt im Dachgeschoss, in diesem Haus.

 

1997 wurde wieder groß gefeiert. 125 Jahre Feuerwehr Rumpenheim. Der Festplatz befand sich diesmal am Sportplatz. Veranstaltet wurde eine HR 3-Disko, ein bunter Abend, sowie ein Festzug.

 

Mit den Jahren wurden die Fahrzeuge immer größer und passten nicht mehr in die Fahrzeughalle, so dass ein neues Gerätehaus benötigt wurde.

 

2010 konnte dann ein modernes, zweckmäßiges Feuerwehrhaus am Mainzer Ring 200 bezogen werden. Leider auf Bürgeler Gebiet.

Das Haus in der Prinz-Georg-Straße wurde verkauft. 

 

2012 wurde das 140jährige Bestehen der FF-Rumpenheim, mit einen Tag der offenen Tür am Mainzer Ring und einem geselligen Abend im Bürgerhaus, gefeiert. Hier konnten wir August Zeller und Heinz Strohl für jeweils 70 Jahre Mitgliedschaft eine Ehrung zukommen lassen.

 

 

 

Kommandanten, Ortsbrandmeister und Wehrführer:

 

1897 – 1900      Ph. Monée

1900 – 1905      W. Bauer

1905 – 1922      Ch. Phüler

1922 – 1927      W. Dilling

1927 – 1940      Ph. Fischer

1940 – 1945      E. Winkler

1945 – 1956      K. Lauf

1956 – 1972      F. Stübing

1972 – 1980      H. Ott

1980 – 1996      W. Schuler

1996 – 2012      G. Lang

2012 – 2016      B. Kloé

2016 -               M. Jechimer

 

 

Vereinsvorsitzende:

 

1980 -                 W. Schuler

 


Letze Einsätze

Fehlalarm

23.09.2017 um 19:45 Uhr
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Brand

23.09.2017 um 16:32 Uhr
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Fehlalarm

14.09.2017 um 02:25 Uhr
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